Angeln – Sport mit „Biss“
Posted on: August 1, 2016, by : Peter Schlawiner

Das Image als Spießersport ist Vergangenheit: Angelscheine sind in, für Vorbereitungskurse gibt es vielerorts Wartezeiten. Wir klären, was das Tolle am Angeln ist, und wo man es im Sommer lernen kann.

Angeln gehen – das hatte früher eher das Image von Langeweile und Spießigkeit. Aber damit scheint es vorbei zu sein: Überall in der Republik haben Sportfischer-Vereine wachsende Mitgliederzahlen, Discounter bieten komplette Angel-Ausrüstungen an und immer mehr Menschen machen den Angelschein. Das ist auch in Nordrhein-Westfalen so. Aber wer gerne angeln möchte, sollte nicht einfach irgendwie damit anfangen: Es braucht Wissen, das richtige Equipment und auch ein bisschen Bürokratie, bevor es richtig losgehen kann.

Denn um sich legal mit der Angelrute an ein Gewässer zu stellen, muss man zunächst mal einen „Fischereischein“ erwerben – die meisten kennen ihn eher unter dem Namen „Angelschein“. Um ihn zu bekommen, muss man eine Prüfung ablegen. Das geht je nach Gemeinde beim Landesfischereiverband oder der Fischereibehörde. Vorher sollte man einen Vorbereitungskurs absolvieren: Dort lernt man alles, was man für die Prüfung wissen muss, z. B. über die Angelausrüstung, Schonzeiten oder das sachgerechte Töten von Fischen.

Wo und wann kann man Vorbereitungskurse für die Fischereiprüfung machen?

Diese Kurse werden vor allem im Frühjahr und im Herbst angeboten – zum Beispiel von Angelsport-Vereinen oder Läden, die Anglerbedarf führen. Auch im Internet findet man Informationen zu den Anbietern solcher Kurse: Es gibt sie in jeder Stadt. Manchmal sind es Schnellkurse, die meisten verteilen sich aber zeitlich auf etwa zehn Abende. Übrigens: Früher saßen in den Kursen fast nur Männer – aber auch dieser Stereotyp wandelt sich, denn immer mehr Frauen in Deutschland machen inzwischen einen Angelschein.

Welche Angel-Ausrüstung brauche ich für einen guten Einstieg?

Als Grundzubehör empfehlen die Angelsportvereine zunächst mal eine Angelrute (nicht mehrere) – und zwar keine teure mit Teleskoptechnik, sondern eine einfache zum Zusammenstecken. Dazu passen sollte die sogenannte Rolle: darauf wird die Angelschnur gespult. Es sollte eine Markenschnur sein, aber ruhig erst einmal eine kostengünstige. Außerdem bedarf es noch einigen Zubehörs: z. B. ein Kescher, ein spitzes Klappmesser, kleine Gewichte und einige Schwimmer. Die zeigen unter anderem an, ob gerade ein Fisch anbeißt, indem sie sich an der Wasseroberfläche bewegen.

Ist es empfehlenswert, eine Angel-Grundausrüstung einfach im Discounter zu kaufen?

Dazu antworten erfahrene Angler mit einem eindeutigen „Nein“: Lieber ins Fachgeschäft gehen, um das Zubehör zu kaufen. Dort wird man richtig beraten, bekommt die Utensilien passend zusammengestellt und erwirbt gute Qualität – selbst wenn man die kostengünstigeren Teile wählt. Die reichen für Anfänger erst mal aus. Die Preisgrenze von 100 bis 150 Euro braucht das Ganze nicht zu überschreiten.

An welchen Gewässern darf ich in Deutschland angeln gehen?

Egal, wo Sie angeln möchten: Sie benötigen dafür einen sogenannten „Fischereierlaubnisschein“, umgangssprachlich „Angelkarte“ genannt. Das Dokument erlaubt das Angeln in einem bestimmten See, Teich oder Fluss – und ohne es ist es auch tatsächlich strafbar, dort zu angeln. In Nordrhein-Westfalen ist es das Einfachste, sich an einen der vielen Angelsportvereine zu wenden. Die haben ihnen zugeteilte Vereinsgewässer und stellen dafür Erlaubnisscheine aus: gleich für ein ganzes Jahr, wenn man Mitglied werden will. Manche Vereine vergeben aber auch tageweise Erlaubnisscheine – das ist gerade dann praktisch, wenn man erst mal herausfinden will, ob einem das Angeln auch wirklich Spaß macht.

Und wenn ich tatsächlich Fische fange – sind die alle essbar?

Die Fische aus unseren heimischen Gewässern sind in der Regel essbar. Manche Fische sind aber zu klein: Gemäß der Schonzeit-Regelung muss man sie vorsichtig befreien und wieder zurück ins Wasser setzen. Bis zu welchem Maß das der Fall ist, lernt man im Vorbereitungskurs für den Angelschein. Es ist aber nicht so, dass bestimmte Fisch-Arten ungenießbar wären. Nur sind die Fische natürlich unterschiedlich: Eine Brasse schmeckt anders als ein Hecht – welche Fische man fangen bzw. essen möchte, ist also letztlich Geschmackssache.

Quelle: WDR

3 thoughts on “Angeln – Sport mit „Biss“

  1. Angeln würde ich persönlich jetzt nicht als Sport bezeichnen, ich empfinde es mehr als Erholung in purer Natur. Angeln hilft mir den Berufsalltag zu vergessen, es ist wie eine Therapie für die Seele.

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